Katrin Wöhlken

Cape Coast Castle

An einem Tag ging ich mit einer Freiwilligen aus Frankreich mit zum Unterrichten in die Schule. Erst versuchten wir den Kindern das Alphabet bezubringen, was nicht wirklich klappte, da sie  von meinen Händen und Armen abgelenkt waren. Ständig wollten sie mich anfassen.

Danach war ein Schulausflug zum Cape Coast Castle angesetzt. Als Unterstützung für die Lehrer fuhren wir Freiwilligen mit. Das Tro Tro war mit den Kindern völlig überfüllt. Während der Fahrt fingen die Kleinen an zu singen. Es war herrlich! In dem folgenden Video könnt ihr sehen und hören wie putzig es war.

Bei Castle konnten wir Freiwilligen an einer Führung teilnehmen, die Kinder wurde in der Bücherrei unterhalten.

Homepage: Cape Coast Castle

 

Mole National Park 07.-10.07.10

Mitte meiner zweiten Woche in Cape Coast, fuhr ich mit sieben anderen Mädchen, auch Freiwillige, zum Mole National Park, der im Norden von Ghana liegt. Die Fahrt dorthin war extrem lang, anstrengend und nervenaufreibend! Mit einer Übernachtung in Kumasi dauerte die Fahrt 20 Stunden. Zurück legten wir die Strecke in einem Rutsch hin und benötigten 18 Stunden! Vorher wirklich gut überlegen, ob man solch eine Reise wirklich antreten möchte. Ich werde diese Tour kein zweites Mal machen, nur wenn ich im National Park mehrere Tage Zeit hätte und nicht nur eine Nacht.

Trotzdem hatte ich einen wundervollen Tag im Park. Als ich mein Hotelzimmer verließ, erblickte ich sofort einen Elefanten, der fressend zwischen den Bäumen vor meinem Zimmer stand. Sofort wurden die ersten Fotos gemacht.

Um 6:30 Uhr  begann dann der "Morning Walk" mit einem Führer, der zwei Stunden dauerte. Ich sah weitere Elefanten, Buschschweine, Affen, eine Art von Antilopen und ein Krokodil im See. Sehr entspannend war dieser Spaziergang, weil man die Natur bewundern und die Stille geniesen konnte. Nirgendwo lag Abfall herum.

 

Danach hatte ich mein erstes richtiges, europäisches Frühstück mit einem Kaffee, seitdem ich in Ghana war. Es gab Rührei mit Toast, dass ich sehr genossen habe! 

Die nächsten Stunden bis zur Safaritour verbrachte ich am Swimming-Pool. Blöderweise hatte ich meinen Bikini nicht mitgebracht (an Badesachen denken!!!). Doch ich setzte mich zeitweise an den Beckenrand und ließ die Beine im Wasser baumeln. Lange hielt ich es aber in der prallen Sonne nicht aus, weshalb ich mich zu einer Aussichtsplattform begab.

Bei der Safaritour sah ich nicht sehr viele Tiere, was verständlich war, da der Motor des Jeeps so laut war, dass alle Tiere verschreckt wurden! Aber ich konnte mit drei anderen Mädchen auf dem Dach des Jeepes sitzen und hatte somit einen extrem guten Ausblick auf die Landschaft des National Parks.

Die letzte Nacht verbrachte ich in einem "Gästehaus", in dem Ort Larabanga, neben dem National Park. Dort schliefen wir auf dem Dach des Hauses auf Matratzen. Nebenan spielte ein Nachtclub bis 2:00 Uhr morgens Musik und ich konnte kein Auge zumachen. Um 1:30 Uhr  begann es dann noch zu regnen und wir mussten in die Zimmer umziehen. Das Zimmer von meiner Freundin und mir wurde jedoch weitervermietet und nun mussten wir mit vier Mädels in einem Doppelbett schlafen. Um 3:45 Uhr mussten wir aber eh wieder aufstehen, um uns auf den Heimweg zu machen.

Um 22:00 Uhr waren wir dann endlich wieder zurück in Cape Coast und meine Nerven, die in Kumasi bei der Trostation ausgereizt wurden, waren am Ende. Vier Stunden warten bis der Tro sich endlich auf den Weg nach Cape Coast macht, ist hier in Ghana normal!

Wie heißt es so schön: "Take your time!"

 

Nzulezo Stilt Village in Beyin 16.-18.07.10

An meinem dritten Wochenende fuhr ich mit 16 anderen Freiwilligen zur Nzulezo Stilt Village in Beyin. Wir schliefen im Beyin Beach Resort. Zu viert bewohnten wir eine Suite, wo wir alle in einem Doppelbett schlafen mussten. Aber das Gefühl kannte ich ja schon vom Ausflug zum Mole National Park. Zum Glück war dieses Bett größer und wir hatten eine sehr angenehme Nacht. Nach einer heißen Dusche ging ich am nächsten Morgen auf einem Weg umringt von riesigen Palmen zum Frühstück.

Über Mittag fuhren wir mit Kanus zu einer Village, die auf Hölzern am Rande eines Sees gebaut ist. Die Kanutour war wundervoll! Zu viert saßen wir in einem Kanu, hatten aber auch einen Bootsmann, den ich mit paddeln unterstützen musste. Erst fuhren wir durch einen Rinne, die mit Wassergräsern umringt war. Dann mussten wir durch den Wald fahren, wo es wieder nur einen enge Fahrrinne gab. Ich fühlte mich wie im Urwald. Meterhohe Bäume und Gewächse, die es in Europa nicht gibt, umringten uns. Als wir den Waldpfad passiert hatten, gelangten wir auf einen See, auf dem wir noch eine Zeit fahren mussten, um zur "Stilt Village" zu gelangen.

Vor Ort führte uns ein Einheimischer herum. Es gab nur einen Hauptweg, wo auf der rechten sowie linken Seite kurze Wege zu den Häusern abgingen. Teilweise waren es dann auch zwei oder drei Häuser, die nebeneinander bzw. hintereinander vom Hauptweg aus gesehen, gebaut waren. Viel Zeit verbrachten wir dort nicht, weil wir noch mit dem Tro Tro zur Green Turtle Lodge in der Nähe von Takoradi fahren mussten.

Somit traten wir im Kanu den Heimweg an, der genauso fantastisch war, die der Hinweg! Diesmal musste ich nicht paddeln und konnte somit die Natur noch besser geniesen!

 

Es war schon dunkel als wir bei der Green Turtle Lodge ankamen. Ich musste einem Zelt schlafen, bei dem der Reisverschluss kaputt und die Matratze einen Zentimeter dick war. Die Nacht war grauenhaft und ich war so froh, morgens früh aufstehen zu müssen, um an einer weiteren Kanutour teilzunehmen. Diese Tour war landschaftlich anders, aber auch sehr entspannend und gut zum Wachwerden. Tiere sah ich keine, obwohl man, wenn man Glück hat, auch Affen hätte sehen können.

Den ganzen Tag verbrachte ich dann am Strand. Ich ging mit den anderen ins Meer baden, machte einen ausgiebigen Strandspaziergang und spielte Beachvolleyball. Was ich im laufe des Tages herrausfand, mich hatten Sandflöhe in der Nacht gebissen und meine Beine waren übersäht von Moskitostichen. Ich rate allen, die dort eine Nacht verbringen wollen: "Schlaft nicht im Zelt und spart dadurch nur 3GH Cedi! Nehmt euch ein Zimmer mit einem richtigen Bett!"

Ich habe den Tag bzw. den ganzen Ausflug sehr genossen, da wir nicht so viele Stunden mit dem Tro Tro fahren mussten. Ich kann diesen Trip besten Gewissens weiterempfehlen!!!

 

Homepage der Unterkünfte: Beyin Beach Resort & Green Turtle Lodge

 

Kakum National Park - Rainforest 15.07.10

Für einen Morgen besuchte ich mit zwei männlichen Freiwilligen den Kakum National Park oder auch Regenwald. Wir machten einen High Walk (Canopy Walk Way). Zuerst liefen wir auf dem Boden ein Stück durch den Regenwald, dann ging es in 60 Metern Höhe über einen High Walk. Die Aussicht war fantastisch und man konnte den Boden des Waldes nicht sehen, da der tropische Regenwald aus vielen Schichten besteht und sehr dicht bewachen ist. Es war super und ich kann diesen Ausflug nur empfehlen!

Homepage: Kakum Nationalpark

 

 

Ghana war bei der WM 2010 in Südafrika dabei!!! 11.07.10

Mit den anderen afrikanischen Ländern Kamerun, Elfenbeinküste, Nigeria und natürlich Südafrika ist Ghana eines der Teilnehmerländer bei der WM 2010

Am 14.06.2010 gewann Ghana gegen Serbien mit einem 1:0 durch einen grandiosen Treffer beim Elfmeter.

Wie mein Heimatland Deutschland spielt Ghana in der Gruppe D und muss sich noch gegen Australien sowie Deutschland behaupten.

Ein Unentschieden gab es beim Spiel am 19.06.2010 Ghana gegen Australien!!!

Nun führt Ghana mit 4 Punkten und 2 Toren die Gruppe D an. An zweiter Stelle steht Deutschland. Das nächste Spiel ist nun entscheidet.

Bei dem Spiel am 23.06.2010 Deutschland gegen Ghana haben beide Länder fantastisch gekämpft.

Die Schnelligkeit der Ghanesen war beeindruckend! Am Ende siegte Deutschland nur sehr knapp mit 1:0 und konnte somit ins Achtelfinale einziehen. Aber auch Ghana hat es bis ins Achtelfinale geschafft, da Australien 2:1 gegen Serbien gewonnen hat. Somit hat Ghana 4 Punkte und 2 (Tore) zu 2 (Gegentore).

Das Achtelfinalspiel Ghana gegen Uruguay schaute ich auf einem Tankstellenplatz in der Nähe meine Gastfamilie. Der Platz war überfüllt von Menschen wo wir das Spiel auf einer Leinwand mitverfolgen konnten. Als das erste Tor in der 42sten Minute fiel, waren alle hin und weg. Sie sprangen auf, sangen, tanzten, nahmen ihre Stühle und warfen sie in die Luft, als hätte die Mannschaft schon gewonnen. Eine halbe Stunde ungefähr dauerte das Spektakel (es war dann auch noch Halbzeit). Leider machte Uruguay ein Gegentor und das Tor, was zum 2:1 geführt hätte, wurde mit der Hand eines gegnerischen Spielers abgewehrt. Somit kam es zum Elfmeterschießen und dort verschoss Ghana zwei Bälle, was zur Heimreise führte. Schade!!!

Da Deutschland nun gegen Uruguay um den 3. Platz spielte, waren alle Einheimischen aus Ghana für Deutschland und immer wenn ich auf der Straße gefragt wurde, wo ich her käme, waren sie extrem freundlich und sprachen die WM in Südafrika an, wenn es hieß "Ich komme aus Deutschland!"

 

 

 

© www.Katrin-Wöhlken.de 2013 by www.Marcel-Kirstges.de  |  kontakt@katrin-wöhlken.de