Katrin Wöhlken

Ausflüge in und um Moshi herum

Materuni Waterfall und Kaffeerösterfamilie 04.08.11

Mit dem 21-jährigen Sam als Führer fuhren wir zur „Materuni Village“. Diese befand sich an den Bergzügen des Kilimanjaros. Einen schmalen, matschigen Pfad gingen wir entlang und Sam zeigte bzw. erklärte uns die Pflanzenpracht sehr ausführlich. Wir fanden sogar ein Chamäleon, machten Fotos davon, weil Sam es von einem Strauch auf einem Stock zu uns brachte. Wie es seine Farbe ändert! Mehrfach rutschte ich auf dem Weg fast aus, doch zum Glück fiel ich nicht hin. Unterwegs trafen wir Singapurianer , die mit uns zum Wasserfall gingen. Dort angekommen, war es eine tolle Atmosphäre. Ein kleines Stück entfernt bei einer überdachten Sitzgruppe, nahmen wir unser Mittagessen zu uns. Das Brot meines Ei-Beef-Sandwiches gab ich einem einheimischen Jungen, der uns gefolgt war. Gestärkt ging es den Weg zurück. Auf einem ebenen Pfad war plötzlich eine kleine, grüne Schlange senkrecht zum Weg. Sam hatte panische Angst, weil man wegen eines Rituals auf sie hätte treten müssen bevor man über sie gestiegen wäre. Dabei hätte die Schlange natürlich nach dem Bein geschnappt und gebissen. Auf Grund dessen nahmen wir einen anderen Weg durch Bananenplantagen – einen extrem langen Umweg. Später stellte sich heraus, dass die Schlange eine Green Mamba war. Eine Giftschlange, deren Gift auch für den Menschen sehr gefährlich ist, da es bei einem Biss zu Herzrhythmusstörungen kommen kann.

 

Sam zeigt uns das Haus seiner Großmutter und dann gingen wir zu einer befreundeten Familie von ihm, die selber Kaffee anbaut, verarbeitet und verkauft. Wir bekamen jeden Schritt der Verarbeitung erklärt:

1.  

 Kaffeepflanze wird geerntet 

2. Außenschale wird von der Bohne mit einer handbetriebenen Maschine getrennt
3.

 Bohnen werden getrocknet

4.

 Bohnen werden gestampft, um die Innenschale auch noch zu trennen

5.

 Mit einer großen Platte werden die Schalen weggepustet

6.

 Kaffeebohnen werden geröstet

7.

 Um Kaffeepulver zu erhalten, müssen die gerösteten Bohnen nochmal gestampft werden

Am Ende der Erklärung durften wir noch einen Schluck frischen „Arabic Coffee“ ohne Milch mit ganz viel Zucker testen. Dann fuhren wir wieder zurück nach Moshi. Ein sehr interessanter Ausflug!

 

Safari Lake Manyara Nationalpark 06.08.11

Der Tag startete mit einer langen Landrover-Fahrt. Ich genoss die vorbeiziehende Landschaft. Weite Steppe, dahinter die Bergzüge und die Massai mit ihren Tierherden. Als wir in Richtung Manyara abgebogen sind, sah ich zum ersten Mal freilebende Zebras. Leider waren sie sehr weit weg. Vor dem Eingang des Nationalparks lief uns schon ein Affe über den Weg. Mütter mit ihren Babys, junge Tiere, die miteinander spielten und erwachsene Affen. So putzig – einfach zum Knuddeln! Eine andere Affenart, die „Blue Monkeys“, bekam ich auch schon zusehen. Diese Affen leben als Einzelgänger. Wir klappten das Dach des Land Rovers hoch und los ging es in den Park. Nach den Affen kamen wir an einer Warzenschweinart vorbei, die „Pumba“ genannt wird. Ich musste lachen, da das Schwein bei Disney „König der Löwen“ dies als Namen hat. In Swahili heißen jedoch Warzenscheine übersetzt Pumba. Nun fuhren wir aus dem bewaldeten Teil heraus und kamen zur Steppe am „Lake Manyara“. Dort gab es Zebras, Antilopen und Gnus zu mehreren Dutzend. Mit meiner österreichischen Begleiterin wagten wir uns etwas näher an die Zebraherde heran, um ein Foto zu schießen. Sofort wurden wir von einem anderen Führer zurückgerufen. Vom Land Rover aus beobachteten wir fasziniert die Tiere mit einem Fernglas, die mit bloßem Auge sehr schwer zu sehen war. Im sehr gering vorhandenen Wasser meine ich ein Hippo gesehen zu haben. Dann fuhren wir den Weg entlang und kamen etwas näher an die Tiere heran. Dort war ein männliches Gnu von der Hede abgedrängt und saß mutterseelenallein herum. Unser Fahrer erklärte, dass es gegen einen stärkeren Bullen verloren haben muss. Weitere Zebras und Pumbas sahen wir auch noch. Auf dem Rückweg in den bewaldeten Teil, sah ich meine ersten Giraffen in freier Wildbahn, die hier wohl auch seltener seien. Zügig fuhren wir weiter, bis ich plötzlichen einen afrikanischen Elefanten im Gebüsch ausmachte mit seinem Jungen. Sogar unsere Fahrer hatte sie nicht gesehen. Von einem anderen Land Rover Fahrer bekam er dann einen Tipp, wo noch mehr Elefanten seien, Und tatsächlich gelangten wir zu einem Trupp mit drei Jungtieren, die an unserem Land Rover entlang den Weg überquerten. Gigantisch waren diese Tiere! Plötzlich begann ein Riese an lauthals zu brüllen. Schnell starteten alle die Motoren und fuhren weg. Aus dem Weg zum Ausgang des Nationalparks, sah ich noch drei Impalas und machte im Gebüsch eine Hyäne aus. Wow! Aber so hässlich die Tiere. Nun verließen wir den Manyara Nationalpark und fuhren am Rande des Ngorongoro Craters zu unserem Hotel. Vom Land Rover aus konnten wir weit über die Landschaft des Nationalparks schauen.

 

 

Ngorongoro Crater 07.08.11

Früh morgens klingelte der Wecker, da wir früh los wollten, um genügend Zeit im Ngorongoro Crater zu haben. Totmüde stand ich auf, machte mich fertig und ging zum Frühstück. Danach startete die Safari. Es war extrem neblig und kalt während der Fahrt. Hätte mir jemand gesagt, dass der Kraterrand 2400m hoch ist, hätte ich mir mehr zum Anziehen mitgenommen (der Boden des Kraters befindet sich dort auf 1800m Höhe).

Erst sahen wir „Grants und Thomson Gazellen“, später kamen „Cape Büffel“ in weiter Ferne dazu. Auch männliche und weibliche „Common Strauße“ bekam ich vor die Linse. Die Größe des Kraters war gigantisch und es machte riesigen Spaß die vorgesehenen Wege entlang zu fahren. Bei einer Wasserstelle entdeckten wir faul herumliegende Flusspferde. Auf dem Weg zum hinteren Ende des Kraters, kamen wir an Hyänen vorbei. Mit dem Land Rover durchquerten wir dann eine Gnu-und Zebraherde. Unzählig viele Tiere gehörten dazu. Die beiden Tierarten leben in Symbiose miteinander, da die eine Art nicht hören und die andere nicht sehen kann angeblich. So schützen sie sich gegenseitig vor den Löwen. Sie versuchen es auf jeden Fall. Dann kam der Höhepunkt! Wir sahen die Löwen. Ein Weibchen lag auf der Lauer und verfolgte mit den Augen die Herde. Ich war Feuer und Flamme, dass nun eine Jagd beginnt. Wir schauten gebannt den Tieren zu. Doch leider passierte nichts!

Ein weiteres Mal kamen wir an den „Cape Büffeln“ vorbei, die gefährlicher für die Massai sein sollen, als die Löwen. Löwen können die Massai mit ihren Speeren töten, bei einer Büffelherde seien sie jedoch machtlos. Bei dem Sumpf „Gorigor Swamp“ machten wir ein letztes Mal halt, danach fuhren wir zum Ausgang des Kraters. Auf dem Rückweg sahen wir zwei Jackale unterschiedlicher Arten – den Golden und Black-Backed Jackal. Außerdem gab es in weiter Ferne noch eine Gnujagd durch eine Hyäne. Als letztes sahen wir noch ein „Black Rhinocerose“, dann fuhren wir den Kraterrand empor. Die Safari war vorbei und die Fahrt nach Moshi begann.

Am dem Weg zwischen dem Kilimanjaro Flughafen und Moshi, schaute ganz kurz der Kilimanjaro hinter den Wolken hervor. Das passiert nicht so oft! Es kann sein, dass man einen Monat vor Ort ist und nie den höchsten Berg Afrikas in seiner vollen Pracht zu Gesicht bekommt.

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