Katrin Wöhlken

 

Prison Island 08.07.11

Nachmittags fuhren Nathanael und ich mit zwei anderen Freiwilligen auf die Prison Island. Die Fahrt in der „Nussschale“ dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Auf der Insel angekommen, durften wir die Riesenschildkröten füttern. Es machte riesigen Spaß, die bis zu 150 Jahre alten Schildkröten zu füttern. Die kleineren Tiere (ca. 6-10 Jahre alt) durfte ich in die Hand nehmen. Beim Füttern musste man jedoch höllisch aufpassen, dass man nicht gebissen wurde. Die Babys waren in einem kleinen, separaten Gehege untergebracht, bis sie 5 Jahre alt sind. Nach einem kurzen Rundgang zum Gefängnis genossen wir den Sonnenuntergang am Strand. Bei starkem Wellengang fuhren wir im Dunkeln zurück nach Stone Town.

Im Forodhani Garden aßen wir eine typische Sansibar Pizza, die, egal wie oft man sie isst, immer köstlich ist. Danach probierte ich einen Spieß mit Fleisch von einem weißen Hai, der teils nach Hühnchen, teils nach Fisch schmeckte – interessant!

Safari blue 09.07.11

Morgens um 8:15 Uhr holte mich ein Pick-up ab. Durch einen anderen Freiwilligen bekamen Nathanael, Regina und ich den Ausflug günstiger und wurden auf der Ladefläche des Pick-ups mitgenommen. Während der Fahrt war es sehr windig und ich hatte wegen der recht hohen Geschwindigkeit, mit der wir fuhren, etwas Angst. Endlich angekommen, warteten wir auf die anderen Teilnehmer und die Boote. Wir waren eine sehr große Gruppe von 65-70 Personen, die auf fünf Boote aufgeteilt wurden. Leider war der Himmel noch bedeckt, weshalb es sehr stark wehte. Dies bekamen wir auch auf dem Boot zu spüren, da es heftig schwankte und nach und nach Wasser ins Boot schwappte, bis alle klitschnass waren. Trotz der Gefahr zu kentern hatten wir unseren Spaß.

Als Erstes fuhren wir in eine Lagune, wo viele vom Boot aus schwimmen gingen. Mit zwei Deutschen, die tanzanischer Abstammung waren, kamen wir ins Gespräch. Jedoch wurden wir von einer afrikanischen Frau unterbrochen, die zu mir geschwommen kam und ein Foto mit mir haben wollte. Warum??? Die einzige Erklärung, die ich habe ist, dass sie mich im Fernsehen bei meinem Sportinterview gesehen hat und deshalb ein Foto haben wollte. Danach schipperten wir weiter bis zur Insel Fumba. Dort gab es eine Kokosnuss zu trinken und das Fleisch zu essen. Einfach köstlich!

Nun ging es zum Schnorcheln auf das Meer hinaus. Wir bekamen Flossen und eine Brille, woran gefühlte Millionen Bakterien waren, aber das war egal. Perfekt ausgestattet sprangen wir ins Wasser und ein Führer schwamm vor und zeigte uns die besten Stellen. Die Landschaft unter Wasser war wie im Film. Ich beobachtete Fische, die wir nur aus dem Aquarium kennen, und bewunderte die Riffe. 45 Minuten waren wir unterwegs, jedoch kam es mir vor wie 10 Minuten. Glücklich und etwas erschöpft, fuhren wir zurück zur Insel, wo es Mittagessen gab. Es war ein Buffet errichtet mit Reis, einer Art Kroketten, verschiedene Fischarten, sowie Tintenfisch, unterschiedlichen Soßen und die Krönung war der Hummer. Alles war köstlich! Danach gab es eine Vorstellung der verschiedenen tropischen Früchte, die ich mit Freude kostete. Gefolgt von Kaffee mit „Wild Afrika Likör“ war das Essen beendet.

Um das Essen wieder „abzutrainieren“, kletterten wir auf einen 500 Jahre alten Baum, der sehr witzig gewachsen war. Um die Umgebung zu erkunden, stiegen wir auf eine extrem wackelige Holzturmkonstruktion, wo man überhaupt nicht durch Geländer oder ähnlichem gesichert war. Leider mussten wir schnell wieder den Rückweg antreten.

Mit unseren Sachen mussten wir durch das Wasser bis zum Boot waten. Es dauert seine Zeit, da der Boden steinig war und man nicht so schnell vorwärts kam. Endlich angekommen ging es los. Wir machten noch einen Zwischenstopp auf einer traumhaften Sandbank, bei der wir drei eine weitere Stunde schnorcheln konnten. Es war einfach fantastisch!

Bei der Rückfahrt genoss ich die untergehende Sonne.    

Für Schnorchelbegeisterte gibt es weiter Detail unter: Safari blue


Jozani Forest 10.07.11

Am ersten Wochenende meines Aufenthalts auf Sansibar machten Nathanael und ich, begleitet von meiner Mitbewohnerin, einen Ausflug zum Jozani Forest, der etwas südöstlich von Stone Town liegt. Mit dem Daladala beim Urwald angekommen, mussten wir erst einmal über den Eintrittspreis verhandeln. Dann zeigte uns ein Einheimischer die Bäume mit den Stummelaffen. Sie waren so knuffig! Da Nathanael schon mit anderen Freiwilligen den Urwald besucht hatte, machten wir uns ohne Einheimischen auf den Weg. Die Baumvielfalt war herrlich. Mannshohe Farne standen am Wegrand und zwischendrin standen riesige Palmen. Nachdem Asli bei einer Abkürzung von Ameisen attackiert wurde, suchten wir den schnellsten Weg aus dem Urwald hinaus. Dabei fanden wir zwei Würmer ca. 10-15cm lang mit über 200 Beinen schätzungsweise.

Danach gingen wir zu einem Mangrovenwald. Wunderbar waren die Verzweigungen der Wurzeln anzusehen, die in den schlammigen Boden ragten.

Später wollten wir mit dem Daladala zurückfahren, jedoch fuhren sechs Stück überfüllt an uns vorbei. Nach langem Warten kam endlich eins, wo wir noch Platz fanden. Die Einheimischen hängten sich jedoch schon hinten an das Daladala dran, weil alle Sitzplätze auf der Ladefläche besetzt waren. Während der Fahrt zählte ich die Menschen. 28 waren es an der Zahl und der Kleinbus fuhr nicht gerade langsam mit gefühlten 100 km/h über die Straße. Heile kam ich mit den anderen abends in der WG in Mombasa an.

Weitere Informationen über den Jozani Forest, die Mangroven und Stummelaffen gibt es auf folgender Seite: Jozani Forest

Spice Tour Kidichi 15.07.11

Um 10 Uhr holte mich der jüngere Leichtathletikcoach mit seinem Roller ab, weil der General Manager des Leichtathletikvereins von Sansibar mich zu sich nach Hause eingeladen hatte. Wir fuhren eine nicht geteerte Straße entlang, wobei mir schon wieder angst und bange wurde, dass wir jeden Moment umkippen würden. Kurz vor unserem Ziel wurden wir noch von der Polizei angehalten, da ich keinen Helm trug und sogar Helmpflicht auf Sansibar besteht. Nach längeren Diskussionen durften wir weiterfahren.

Beim General Manager angekommen, wurde mir der Garten gezeigt und ein Junge kletterte extra für mich auf eine Palme, um mir eine Kokosnuss zu pflücken. Was für eine Ehre!

Danach fuhren wir zu dritt zu einer Farm und ich bekam eine private Spice Tour. Die Gewürze aus Sansibar sind auf der ganzen Welt bekannt und für jeden Touristen ein Muss, diese zu besichtigen. Zu den Gewürzen gehören: Zimt, Ginger, Vanille, schwarzer Pfeffer, Kardamom und Muskat. Natürlich darf die Vielzahl an Früchten nicht zu kurz kommen. Bei der Führung lernt man, wie die Plantage bewirtschaftet wird und die Pflanzen zum Heilen von Krankheiten genutzt werden. Auch Produkte, die zur Herstellung von Kosmetik verwendet werden, sind hier zu besichtigen. Am Ende der Führung wurden mir eine Krone, eine Kette mit Froschanhänger und eine Brille aus Ananasblättern gebastelt. Diese Tour war sehr interessant und kann ich guten Gewissens weiterempfehlen.

Danach wurden mir noch die persischen Bäder in Kidichi gezeigt.

Hungrig fuhren wir zum Haus des General Managers, wo das Mittagessen schon auf uns wartete. Es gab Reis mit einer Hühnersoße, Orangen und Mangos. Gegessen wurde mit den Fingern und auf dem Boden, was ganz normal ist. Für die Soße gab es zum Glück einen Löffel, da ich die Schlürftechnik der Einheimischen noch nicht beherrsche. Die Ehefrau amüsierte sich prächtig, wie ich mir gründlich die Hände im Wasserbehälter wusch.

Wegen der Polizei auf der Hinfahrt nahmen wir einen anderen, längeren Weg zurück zum Stadion, wo das Leichtathletiktraining schon in vollem Gange war.

Jambiani 16./17.07.11

Morgens begann unsere Reise nach Jambiani zu einer deutschen Freiwilligen, die dort in einem Hotel arbeitete. Die Fahrt dauerte fast drei Stunden, obwohl wir nur schätzungsweise 50 km zurücklegen mussten. Das Dach des Daladalas wurde mit Säcken, Stühlen und Hölzern beladen und die vielen Menschen bis auf wenige Millimeter zusammen gequetscht. Es war fürchterlich eng und meine Beine sowie der Hintern taten mir schrecklich weh wegen der tiefen Sitzfläche.

Jambiani ist ein kleiner Ort, hauptsächlich bestehend aus Hotel, wenigen Einheimischen und einem bis zu vier km langgezogenen Strand. Das Haus der Freiwilligen befand sich fast ganz am Ende des Ortes. Es war ziemlich verdreckt und sehr dürftig ausgestattet. Zwei Räume waren komplett leer, die Küche bestand aus einem Spiegel, einer Spüle und Tischplatte. Überall standen leere Bierflaschen und Müll herum.

Wir genossen den traumhaften Strand während des Essens, lasen später und gingen schwimmen. Auch hier bekam man etwas von Ebbe und Flut mit. Während unseres Strandaufenthalts kam das Wasser wieder und reichte plötzlich bis zu unserer Liegestelle. Ich rannte aus dem Wasser – doch es war zu spät! Die Handtücher waren klitschnass.

Abends aßen wir in der Red Monkey Lodge am Strand. Danach wurden wie üblich die UNO-Karten ausgepackt und vor dem Einschlafen ein Strandspaziergang gemacht. Ein Hund begleitete Nathanael und mich, wodurch andere Hunde, die uns nicht so geheuer waren, verscheucht wurden.

Am nächsten Tag klingelte früh der Wecker. Eigentlich wollte ich mit Nathanael laufen gehen, da wir jedoch keine Schuhe mithatten, machten wir nur einen langen Spaziergang. Mit Mangos im Schlepptau kamen wir zum Haus zurück.

Um 9 Uhr hatten wir eine super billige Schnorcheltour gebucht. Auf dem Weg zum Treffpunkt aßen wir Jabattis (so ähnlich wir Pfannkuchen). Trotz der Verspätung, die wir hatten, war noch genug Zeit bis es losging. Es wurden erst noch unsere Kokosnüssen vom Baum gepflückt. 40 Minuten später wateten wir durch das niedrige Wasser zum einem Boot, was ungefähr dem eines Katamarans entsprach. Schon alleine die Bootsfahrt war den Ausflug wert! Nachdem wir mit den Schnorchelsachen ausgestattet waren, ließ ich mich ins Wasser plumpsen. Erst war ich etwas enttäuscht, da es nur wenige Riffe gab, doch die Fischpracht war fantastisch. Mehrere Fischschwärme kamen auf mich zu und es wimmelte nur so vor kleinen „Nemos“. Asli, die Muslimin ist, wartete an Boot und fischte mit dem Steuermann die Aquarienfische. Nach einer Weile gesellten wir uns dazu und aßen beziehungsweise tranken unsere Kokosnuss. Gestärkt hüpften wir wieder ins Wasser und tauchten nach Seesternen.

Die Rückfahrt war wieder sehr entspannend, jedoch konnten wir nicht bis an den Strand fahren, da gerade Ebbe war. Also wateten wir dorthin. Wir machten kurz Halt und ich durfte einen Seeigel auf die Hand nehmen, der mit seinen Stacheln über meine Hand krabbelte.

Leider mussten wir danach schon zum Daladala gehen. Mit unserem Gepäck gingen wir die Straße entlang durch das Dorf. Bei einem Restaurant warteten wir dann, bis ein Daladala kam, was wirklich lange dauerte. Dort trafen wir auf zwei Radfahrer, die uns von ihrer Tour „Bike around the world“ erzählten. Die Beiden waren in Istanbul gestartet und über den Sudan, Äthiopien, Kenia bis nach Tansania gefahren. Doch hier soll nicht Endstation sein. Nein, die Reise soll noch sechs Jahre so weitergehen bis nach Südafrika und dann mit der Fähre nach Südamerika. Ich war stark beeindruckt, aber nachmachen wollte ich dieses Abenteuer auf keinen Fall. 

Nungwi & Kendwa Beach 18.07.11

Nach meiner morgendlichen Laufrunde ging ich geduscht und voll bepackt mit Strandsachen zum Daladala, um mich mit Nathanael beim Darajani (dem großen Daladalabahnhof) zu treffen. Um 9:00 Uhr fuhren die „Kleinbusse“ nach Nungwi ab. Nach anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Erst spazierten wir durch die Straßen des einheimischen Teils, bis wir durch eine Hotelanlage zum Strand gelangten. Nun befanden wir uns am Oststrand. Leider begann es kurz zu regnen und wir schauerten uns unter einem der vielen Felsvorsprünge. Kurze Zeit später mussten wir uns erneut unterstellen und aßen die mitgebrachte Ananas. Mit Taschenmessern bewaffnet bewältigten wir die Frucht und aßen sie komplett auf. Köstlich! Leider brannte die Säure extrem auf der Zunge.

Als endlich der Regenschauer vorüber war, bewunderten wir den traumhaften Strand von einer Seebrücke eines Luxushotels aus. Knappe zwei Stunden wanderten Nathanael und ich im Sand über die Nord-und Westseite zum Kendwa Beach, einer der schönsten und bekanntesten Strände Sansibars. Dort suchten wir uns einen schattigen Platz unter einem Busch, welcher der einzige weit und breit war. Quatschend und UNO spielend verbrachten wir dort zwei weitere Stunden.

Von der Hauptstraße aus nahmen wir einen großen Reisebus Richtung Stone Town. Die Fahrt war wieder recht gefährlich, doch wir kamen heile am Ziel an. Zum Abschluss des Tages gab es wieder Sansibar Pizza vom Forodhani Garden und ein frisch gepresstes Getränk aus einem Laden in den engen Gassen von Stone Town. Ich nahm einen Mix aus Passionsfrucht und Zitrone. Und so ging wieder ein sehenswerter Tag zu Ende.   

 

Makunduchi 20.07.11

„New Swahili Year“ – Mwaka Kogwa

Nach einem anstrengenden Leichtathletikcoaching am Morgen, holten mich sechs Freiwillige mit einem engagierten Fahrer ab, um zum Festival nach Makunduchi zu fahren. Nach mehreren Polizeikontrollen, wo es sehr korrupt vorging, erreichten wir das Dorf. Wir machten eine Tour zwischen den Häusern durch und um 12:00 Uhr begann das Spektakel.

Erst liefen Jungs und junge Männer mit Bananenstängeln und verkleidet die Wege entlang. Wenig später begannen die Kämpfe beziehungsweise das Auspeitschen mit den Bananenstängeln Mann gegen Mann. Die Einheimischen haben die Kämpfe extrem ernst genommen und sehr stark zugeschlagen, sodass sie nicht gemerkt haben, wenn sie in eine Menschenmenge geraten waren oder einfach einen Zivilisten mit den Stängeln schlugen. Schreiend und kreischend bewegte sich die Menschenmenge immer hin und her. Man musste aufpassen, um nicht hinzufallen und dann überrannt zu werden. Es waren enorm viele Menschen in das kleine Dorf gekommen um dem Festival beizuwohnen. Es war auch sehr interessant, vor allem traditionell!

Nach den Kämpfen wurden Zweige aufgestellt und angezündet. Die Frauen mit ihren langen, bunten Kleidern tanzten drum herum, wie um ein Lagerfeuer.

Ursprünglich war es so, dass der stärkste Mann aus dem Dorf in ein gebautes Haus (was hier durch die Zweige symbolisiert wird) gesperrt wird. Dann wird dieses angezündet und der Mann muss versuchen hinauszukommen bevor er verbrennt. Früher sei dies jedoch den wenigsten gelungen und sie starben bei diesem Festival als Opfer. So wurde mir die Geschichte erzählt!

Video vom Mwaka Kogwa Festival

Butterfly Centre Pete 23.07.11

Heute konnte ich etwas länger schlafen. Doch durch Geräusche von draußen wurde ich automatisch wach. Also wusch ich meine Wäsche, was ziemlich viel Arbeit war trotz der Waschmaschine. Diese bestand aus zwei Teilen. In einem Teil wurde die Wäsche mit Waschpulver gewaschen. Dann wurde daraus das Wasser abgepumpt und ich musste mit der Hand jedes einzelne Teil auswringen und dann in eine andere Trommel legen, die die Kleidung schleuderte. Aber besser, als alles mit der Hand zu waschen! Als Wäscheleine benutze ich meine mitgebrachte Kordel (Erfahrung aus Ghana) und die Gitterstäbe in meinem Fenster. Danach fuhr ich wieder in die Stadt und von dort mit dem unternehmungsfreudigen Nathanael zum Schmetterlingshaus in der Nähe des Jozani Forests.

Vor Ort erzählte uns ein Brite eine Menge über das Center, die Schmetterlinge und deren Züchtung. Viele Einheimische verdienen sich nämlich Geld damit, Schmetterlinge zu züchten und nach einer bestimmten Zeit an das Center abzugeben. Dadurch wird die Erhaltung der Arten aufrechtgehalten und Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Einer super Sache! In einem riesigen Käfig, der mit einer wunderschönen Blumenpracht bewachsen war, flatterten die Tiere herum. Knappe zwei Stunden verbrachten wir in dem Käfig, beobachteten die Tiere, genossen die ruhige, entspannte Atmosphäre und fotographierten die Schmetterlinge, was sich als sehr schwierig herausstellte.

Auch dieser Ausflug hatte sich wieder gelohnt!

Wer mehr über das Zanzibar Butterfly Centre erfahren möchte, kann sich auf folgender Homepage schlau machen: Zanzibar Butterflies

Uzi Island 25.-27.07.11

In der WG von Nathanael, auch DDR-WG von uns genannt, da in diesem Viertel von Stone Town eine Plattenbausiedlung ist wie in Berlin, frühstückten wir mit drei weiteren Freiwilligen zusammen. Gestärkt starteten wir die Reise auf die kleine Insel Uzi. Nicht viele Leute fahren auf die Insel, weshalb die Daladalastation etwas außerhalb der Stadt ist. Es war eine der gemütlichsten Fahrten auf Sansibar, da wir innerhalb von einer Stunde am Ziel waren und nicht eingequetscht sitzen mussten, wie die Hühner auf der Stange. Das Dach beunruhigte mich nur etwas, da es viel zu voll beladen war und sehr instabil wirkte.

Die Insel ist mit Sansibar durch eine Korallenstraße verbunden, die von den Einwohnern von Uzi selbst gebaut wurde. Die Straße führt durch einen Mangrovenwald und ist bei Flut komplett überspült. Auf Grund dessen muss man sich vor der Reise nach den Gezeiten erkundigen. Nach der holprigen Fahrt stiegen wir in einem der zwei Dörfer der Insel aus. Jetzt war ich wirklich in Afrika. Es sah ganz anders aus als auf Sansibar und viel ärmlicher lebten die Menschen hier. Die zwei Nächte sollten wir in Isaacs Haus wohnen, das sehr westlich orientiert eingerichtet war, aber trotzdem den afrikanischen Flair behielt. Isaac war ein sehr lustiges Kerlchen. Er hatte eine Biogasanlage im Garten stehen, die er selber gebaut hatte, konnte fließend Englisch sprechen und war der einzige Bewohner der Insel, der eine selbstgezeichnete Karte von Uzi hatte. Es war die einzige Karte, die existierte.

Wenig später zeigte eine Freiwillige, die hier arbeitet, uns die Meeresschildkröten. Es waren erst drei Stück, die von den Einheimischen hier abgegeben worden sind. Es gab eine ganz kleine namens Sasa, eine etwas größere namens Mausi, die einen zu kurzgewachsenen Fuß hatte und eine ca. 5 Jahre alte, deren Namen ich vergessen habe. Die Tiere waren in Plastikbooten in Isaacs Garten untergebracht, da die Meeresschildkrötenstation noch im Bau war. Das erschrak mich sehr, da ich mit einer intakten Auffangstation gerechnet hatte.

Nachdem wir frisch gebackenes Brot gegessen hatten, machten wir einen Spaziergang zum Strand. Wunderschön war es! Die Sonne ging gerade unter und Kinder aus dem Dorf liefen uns hinterher. Ein Mädchen war sehr vorwitzig und lief den kompletten Weg mit uns. Das Highlight war dann eine Krabbenjagd, die die Kleine veranstaltete. Wie man es aus Geschichten über die Ureinwohner kennt, jagte das Kind die Krabbe, bis sie das Tier erlegt hat. Der Wahnsinn! Wir konnten sie einfach nicht davon abhalten. Erst als die Krabbe tot war und wir sie begraben hatten, war das Spektakel vorbei.

Zurück bei Isaac halfen Nathanael und ich beim Wasserholen vom Dorfbrunnen. Mit einem 25 l Eimer zogen wir das Wasser aus einem circa 25 m tiefen Brunnen und befüllten die mitgebrachten Container. Nachdem ich einen Eimer mit Wasser befüllt aus dem Brunnen gezogen hatte, war ich platt. Außerdem dauerte es bei mir auch doppelt so lange, bis der Eimer oben angekommen war. Kinder von sechs Jahren waren kräftiger als ich. Natürlich war es für die Einheimischen interessant mitanzusehen, wie Nathanael und ich uns bei dem Brunnen abmühten. Insgesamt holten wir 150 l, die zum Duschen, Kochen, Trinken und für die Toilette gebraucht wurden. Mit einer Schubkarre wurden die Wassermassen zum Haus transportiert. Danach mussten wir noch schwere Spanplatten auf dem Kopf schleppen. Danach war ich fix und fertig. Für Isaac war das ein Kinderspiel. Heftig, was für eine körperliche Arbeit die Einheimischen jeden Tag verrichten.

Morgens startete ich wieder mit einer Laufeinheit in den Tag. Das Problem war dann jedoch, Isaacs Haus in dem Dorf wiederzufinden. Ich suchte nach einer alleinstehenden Palme, brauchte aber mehrere Anläufe, um sie zu finden. Das Duschen wurde durch Baden im Meer ersetzt. Nach dem Frühstück starteten Nathanael und ich mit unserer Umrundung der Insel. Bewaffnet mit einem Foto von Isaacs Uzikarte machten wir uns frohen Mutes auf den Weg. Eigentlich sollte es am Strand langgehen, aber das Wasser stand zu hoch. Beim Durchqueren des zweiten Dorfes waren alle Einwohner total aus dem Häuschen. Sie kamen aus ihren Hütten, riefen uns zu und die Kinder folgten uns. Voll süß! Nach Verlassen des Dorfes gelangten wir auf einen Weg zwischen Bananenplantagen, Palmen und anderen Bäumen. Mehrfach bogen wir falsch ab, liefen zurück zur nächsten Kreuzung und schlugen den anderen Weg ein. Die Sonne brannte und der Schweiß lief uns über Gesicht und Rücken. Urplötzlich hatte der Weg ein Ende mitten in den Plantagen. Wohl oder übel mussten wir umkehren. Da wir keine andere Möglichkeit sahen, gingen wir zurück ins Dorf. Insgesamt dauerte die Wanderung vier Stunden. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Baden, UNO spielen und Essen.

Abends tat sich noch ein Problem auf. Irgendwer hatte im Dorf noch eine Unterkunft für Freiwillige angefordert, die gereinigt und zu Verfügung gestellt worden war. Jedoch nahm keiner diese in Anspruch, was die Einheimischen verärgerte. Nun sollten Nathanael und ich dort unsere zweite Nacht verbringen. Mit etwas Bedenken sagten wir zu. Die Bleibe, ein leerstehendes Haus, stellte sich als gut heraus mit zwei Schlafzimmern und einem einfachen Bad (es war ein Loch im Boden als Toilette und ein Waschbecken). Während wir auf den Schlüssel warteten, spielen wir mit drei einheimischen Kindern UNO. Obwohl kein Kind Englisch sprach, verstanden die Kinder das Spiel schnell und wir hatten riesigen Spaß zusammen.

Die Nacht in dem Haus war sehr unruhig wegen eines schreienden Tiers. Mir fällt einfach nicht der Name ein Buschbaby. Nachdem wir gefrühstückt und ein Foto beim Brunnen gemacht hatten, brachen Nathanael und ich nach Stone Town auf. Wir mussten uns sputen, da nur noch bis 11:00 Uhr Ebbe war. Wir gingen zu Fuß über den Korallenweg nach Sansibar, von wo wir dann ein Daladala nach Stone Town nahmen. Total ausgehungert gab es bei Lukmaan erst mal was Ordentliches zu essen. 

Kizimkazi Delfintour 28.07.11

Am späten Vormittag startete die Tour nach Kizimkazi. Am Darajani stieg ein junger Mann zu, der sich sofort neben mich setzte und sich mit mir unterhielt. Er fragte nach einer Delfintour, die er anbieten könne. Ich war extrem skeptisch, doch der Preis war in Ordnung. Wir entschieden uns, uns an ihn zu halten, denn absagen konnten wir immer noch. Am Ziel angekommen, stellte sich der Mann wirklich als vernünftig heraus und die Fahrt zu den Delfinen in einem Plastikboot begann. Anfangs war es ganz lustig, aber das Boot fuhr immer schneller, sodass wir nur so über die Wellen sprangen. Ich bekam panische Angst. Wir waren nun mehrere Kilometer von der Insel entfernt und am Rand waren nur Klippen. Würde also was passieren, wären wir ausgeschmissen und würden ohne Hilfe von einem anderen Boot ertrinken. Mir wurde richtig schlecht und ich bekam Todesangst. Nathanael ermahnte den Fahrer und wir wurden langsamer. Ich war aber noch so fertig, dass ich etwas Zeit zur Erholung brauchte, bis ich mit den Schnorchelsachen ins Wasser ging.

Doch als ich dann endlich im Wasser war, war es gigantisch. Die zwölf Delfine schwammen in Scharen unter mir. Doch das war von kurzer Dauer. Mehrfach kletterten wir ins Boot und sprangen dann wieder ins Wasser, wenn wir die Delfine sichteten. Leider war die Zeit viel zu schnell vorbei und wir fuhren zurück zum Strand. Die Rückfahrt war sehr viel entspannter, da das Boot von den Wellen getragen wurde.

Am Strand eine Kokosnuss essend und UNO spielend, trockneten wir die Badesachen. Einheimische Kinder kamen dazu und redeten Swaheli mit uns. Wir redeten Deutsch mit ihnen. Keiner verstand was, aber es war lustig! Kurz vor 17 Uhr wollten wir einen Daladala nach Stone Town nehmen. Die Einheimischen redeten lachend auf uns ein, dass keins mehr fahren würde. Wir fühlten uns richtig verarscht, da wir uns vorher erkundigt hatten. Leider behielten die Einheimischen Recht und es fuhr wirklich kein Daladala mehr. Mehrere Kilometer liefen wir die Hauptstraße entlang. Es wurde langsam dunkel. Bei einer Kreuzung hatten wir Glück. Es kam ein Daladala, was uns ein Stück bis zu einer gut befahrenen Weggabelung Makunduchi-Paje mitnahm. 

Dieses Glück hatten wir nur, weil einer der Delfine Nathanael im Wasser ins Gesicht geschissen hatte, als sie vor ihm an die Wasseroberfläche schwammen. Denn Freddy, ein Mitarbeiter der Organisation World Unite meinte dazu: „Scheiße bringt Glück!“ Und das hatten wir!

 

Sklavenkammern Mwangapwani 29.07.11

Nach der Verabschiedung von meiner Leichtathletikgruppe fuhren Nathanael und ich mit einem Daladala zu den Sklavenkammern in Mwangapwani. Leider setzte uns das Daladala viel zu früh ab und wir liefen ein ganzes Stück die Straße entlang, bis wir in ein weiteres Daladala einstiegen. Dieser Fahrer wusste, wo die Kammern sind und setzte uns richtig ab. Leider waren die Kammern sehr unspektakulär. Ich stieg kurz hinab, aber viel zu sehen war dort nicht. Es gab auch nur dürftige Erklärungen über das Denkmal.

Trotz der erschreckenden Dinge, die an diesem Ort früher geschehen waren, war der Strand umso schöner. Im Schatten sitzend aßen wir eine Sternfrucht, Grapefruit, Brot und Gebäck. Das sind immer so herrliche, beruhigende Momente, in denen man das Leben genießen kann!

 

Augenuntersuchung in der Montessori Schule Bububu 11.07.11

Eine Freiwillige meiner Organisation arbeitete in der Montessori Schule in Bububu und plante nach ihrem Aufenthalt, weiter Spenden für die Schule zu sammeln, um die Leiterin zu unterstützen. Es ist nämlich eine Einheimische namens Suzana, die die Schule gegründet hat und Waisenkinder beziehungsweise Straßenkinder dort aufnimmt. Wir würden es eher als „Internat“ bezeichnen mit dem Unterschied, dass die Kinder keine Familien mehr haben. Nathanael, der Augenarzt werden wird, wurde von ihr gebeten, nach den Augen der Kinder zu schauen und zu prüfen, ob sie eine Brille brauchen.

Wir bekamen einen Rundgang durch die Schule, die recht gut ausgestattet ist mit Tischen, Stühlen, einer Tafel und selbstgemalten Plakaten des Menschen und dessen Bestandteile sowie des Alphabet, der Zahlen und der Wochentage – natürlich alles auf Englisch. Die Schlafräume (den Waisen stehen sechs Betten zu Verfügung, obwohl sie zu zehnt sind, also müssen sich die kleineren ein Bett teilen) bekamen wir auch zu Gesicht. Danach begannen wir mit der ärztlichen Untersuchung der Kinder. Nathanael zeigte auf ein Plakat mit verschieden großen „E’s‘“ und die Kinder sollten sagen, zu welcher Seite das „E“ geöffnet war. Je kleiner die Buchstaben wurden, desto schwerer wurde es. Die Kinder hielten sich immer ein Auge zu, damit immer das Offene getestet werden konnte. Suzana und später auch ihre Tochter halfen uns, indem sie unsere Anweisungen ins Swaheli übersetzten. Total süß war dieser Test, weil jedes Kind anders reagierte und es ein richtiges Erlebnis für sie war. Am Ende wurden auch Suzana und ihre Tochter getestet, die beide eine Brille benötigen. Von den zehn Waisen brauchten nur zwei eine Brille. Zum Schluss leuchtete Nathanael ihnen mit einer Lampe in die Augen, um eventuelle Entzündungen zu diagnostizieren.   

Informationen über den Kindergarten und die Schule habe ich im Folgenden von der Internetseite von World Unite kopiert: World Unite Montessori-Kindergarten

Der Montessori-Kindergarten & Grundschule von Sansibar befindet sich in Bububu, etwa 10 km nördlich von Zanzibar Town. Etwa 50 Kinder von 4-6 Jahren besuchen den Kindergarten. Sie malen, spielen, lernen schreiben und machen "Learning by sound". Es gibt 2 Erzieher - einen für das erste Kindergartenjahr (20 Kinder) und einen für das zweite Kindergartenjahr (30 Kinder). Freiwillige und Praktikanten können hier dabei sein und alles mitmachen; je nach Erfahrung und Interesse können sie zusammen mit den einheimischen Erziehern tätig sein oder selbständig.

Gleiches gilt für die Grundschule, die von insgesamt 57 Kindern zwischen 7 und 12 Jahren besucht wird, 30 im ersten Grundschuljahr und 27 im zweiten Grundschuljahr. Es gibt jeweils einen Lehrer für jeden Jahrgang.

Grundschule und Kindergarten finden täglich von 7:30 bis 12:30 statt. Die Schuldirektorin fährt den schuleigenen Schulbus, um die Kinder abzuholen.

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