Katrin Wöhlken

Aufenthalt in Ghana vom 28.Juni bis zum 27.Juli 2010

Ich besuchte das afrikanische Land Ghana und machte vor Ort in Cape Coast ein freiwilliges Praktikum im Krankenhaus. Nach vier Tagen wechselte ich jedoch in die Leprasy Village und arbeitete nachmittags noch bei einem Sport Project mit. 

Untergebracht war ich in einer host famliy (Gastfamilie) in Cape Coast mit sieben weiteren Freiwilligen.

Die Familie bestand aus meiner Gastmutter Mary, ihren zwei Kindern Leonard (6 Jahre) und Serefina (13 Jahre), sowie dem Bruder und der Schwester Agi und den Eltern Efua und Joseph von ihr.

von links nach rechts: Serefina, Mary, Katrin, Joseph, Agi und Efua

 Noch sieben weitere Freiwillige lebten mit mir zusammen in einem Haus. Somit waren wir insgesamt 16 Leute und hatten nur ein Bad (Toilette, Waschbecken & großer Dusche) zur Verfügung. Da konnte es schon mal passieren, dass man die Zähne vor der Haustür putzen musste oder im äußersten Notfall draußen auf die Toilette gehen musste. In den ersten 5 Tagen ist auch mal das Wasser ausgefallen, wo ich dann zum Duschen einen Eimer füllen und mit einem kleineren Eimer mich duschen & die Haare waschen musste. An Kakerlaken, die manchmal an der Decke, den Wänden oder dem Boden saßen, musste man sich auch gewöhnen und nicht in Panik ausbrechen.

Ich teilte mir ein Zimmer mit einer Freiwilligen aus der Schweiz und aus Australien. Mit der Schweizerin habe ich auch zusammen in der Leprasy Village gearbeitet. Wir haben uns super gut verstanden und meine letzten beiden Tage in Ghana verbrachte ich mit ihr  in Accra. Am letzten Tag war die Australierin auch noch dabei und wir waren in einer Shopping Mall. Man hat sich gefühlt wie in Europa oder Amerika. Der beste Einstieg um wieder nach Deutschland zurückzukehren.

 Mit den anderen Freiwilligen aus Frankreich (Paris), Kanada (Vancover), Australien (Darwin), Deutschland (Bochum) haben wir uns ein Wohn-und Esszimmer geteilt. An elektrischen Geräten standen uns ein Kühlschrank und ein Toaster zur Verfügung.

Von der Gastfamilie bekamen wir Brot, Butter, alle zwei Tage Bananen und Wasserbeutel. Den Rest mussten wir uns selber kaufen. Wer Mittagessen haben wollte, musste dies am Vormittag bestellen. Es gab aber jeden Mittag Reis mit Tomatensoße. Nach wenigen Tagen konnte ich keinen Reis mehr sehen, da es auch abends zum Abendessen öfters Reis gab. Aber wir bekamen auch Pasta mit einem Spiegelei oder Hotdog. Anfangs waren die Portionen noch recht groß, aber mit der Zeit schrumpfte der Essensanteil. Wenn man noch großen Hunger hatte, musste man nach dem Abendessen noch einen kleinen Spaziergang zur „Egg-Sandwich-Lady“ machen, die an der Hauptstraße ihren kleinen Stand hatte und durch uns Freiwillige echt reich geworden sein muss!

Folgende einheimische Speisen gab es:                                                           

 

Dieses Gericht heißt Fufu

Dieses Gericht heißt Red Red (sehr lecker!!! Habe ich sogar versucht in Deutschland nachzukochen. Problematisch war jedoch Kochbananen zu bekommen.)

 

Diese Gericht heißt Reis mit Gemüse

 

Cape Coast

Die Stadt ist an der Küste von Ghana und liegt am Gulf of Guinea (Atlanischer Ozean).

Von der Hauptstadt Accra ist Cape Coast zweieinhalb Busstunden westlich entfernt.

Das Haus meiner Gastfamilie war über 5 Minuten von der Hauptstraße in Cape Coast entfernt, wo man ein Taxi zum Kotokuruba Market, zum Kingsway oder nach Abrae nehmen konnte.

Auf den Märkten in Abrae oder dem Kotokuruba Market konnte man Ananas, Wassermelone und Mangos kaufen. Himmlisch wie die geschmeckt haben. Zum Mittagessen habe ich mir öfters eine Ananas gekauft und diese komplett geschnitten & aufgegessen ;) - super!

Neben dem Schloss von Cape Coast  gibt es ein nettes Restaurant (man kann nicht alles bestellen, was auf der Speisekarte steht! Das Meiste gibt es nicht!) und daneben eine Bar, in der man auch abends tanzen gehen kann.

Vom Castle aus führt eine Straße geradewegs zum Kotokuruba Market, der ungefähr einen 10-Minuten-Fußmarsch entfernt liegt. Natürlich kann man auch das Taxi nehmen. Ich bin immer gelaufen, da man sehr viel mehr sieht und von dem Leben mitbekommt, als wenn man im Taxi sitzt. Durch meine helle Hautfarbe viel ich immer auf und konnte nicht unbeobachtet durch die Straßen gehen. Somit konnte ich es auch nicht vermeiden, dass ich von jüngeren Männern nach meinem Namen und Kontaktdaten gefragt wurde oder von keinen Kindern als "Obruni" (Weißer Mensch) bezeichnet wurde. Was mich definitiv gestört hat, ich wurde nicht nur von den Kindern, sondern auch von erwachsenen Einheimischen an den Armen angefasst. Die Kinder griffen immer nach meinen Händen. Dabei immer freundlich und locker zu bleiben und immer ein Grinsen auf dem Gesicht zu haben, war mit der Zeit echt schwer!

Ich fühlte mich wie im Streichelzoo!!!

 

Central Region Hospital in Cape Coast

 Das Central Region Hospital ist eins der modernsten Krankenhäuser in Ghana und liegt 5 km vom Zentrum der Stadt Cape Coast entfernt.

Außerdem hat es eine breite Palette von Abteilungen (Kinderstation, Männer & Frauen Medizin sowie Chirurgie, Intensivstation, Operationsgebäude, Geburtenstation,etc.) und eine große Menge an neuer Ausrüstung im medizinischen Bereich. Die große Menge muss man aber im Hinblick auf den Standort sehen. Wir sind in Afrika. Somit waren Handschuhe, Nadeln, Desinfektionslösungen, usw. knapp und es musste gespart werden wo es ging. Teilweise trugen die Ärzte keine Handschuhe oder benutzen sie mehrfach. 

 Ich verbrachte 4 Tage auf der Kinderstation.

Gleich am ersten Tag wurde ein kleiner Junge auf dem Flur von 2 Ärzten, die nur Gummihandschuhe trugen, operiert. Ca. 20 Menschen - Freiwillige, Krankenschwestern, Besucher, andere Ärzte - standen um den Tisch, der nur mit einem Tuch bedeckt war, herum. Von einem sterilen Umfeld war nicht mehr die Rede. Hinzu kamen auch noch die extrem feuchten Temperaturen, was auch schnell zu Infektionen führen konnte.

 

Leprasy Village

Am 5. Tag ging ich mit der Freiwilligen aus der Schweiz, die mit mir in einem Zimmer in der Gastfamilie gewohnt hat, zu einer Leprasy Village in Ankaful, einem Ort nahe Cape Coast.

Wir desinfizierten die Wunden, die die Leprakrankheit verursacht hat, machten Jod auf die Wunde und verbanden den Fuß wieder. Jeden Tag wurde dann der Verband gewechselt, damit sich nichts infizieren konnte.

Dort arbeitete ich bis zum letzten Tag den ich in Cape Coast hatte. Mir hat die Arbeit extrem viel "Spaß" gemacht, weil ich etwas für die Menschen tun konnte und sie sehr dankbar darüber waren. Mit Händen und Füßen habe ich mich mit ihnen verständigt, da sie schon recht alt waren und kein Englisch verstehen oder sprechen konnten. Somit musste ich mir ein paar Brocken Fanti (Sprache in Ghana neben Englisch) aneignen.


Sports Project

Nachmittags fuhr ich mit den anderen Volunteeren aus meiner Gastfamilie zum Sports Project nach Asebu, nördlich von Cape Coast. Wir spielten mit den Kindern, die dort mit ihren Familien leben. Als Sportplatz diente uns eine große Rasenfläche mit zwei Toren, wo aber nur noch die Umrisse standen. Es gab keine Netze. Aber das war vollkommen ausreichend.   

Sobald die Kinder einen Ball hatten, wurden Ballspiele gemacht und Fußball mit den Älteren gespielt. Mit den Jüngeren spielten wir Elfmeter schießen oder andere Wurfspiele. 

Wenn ich dort mit dem Tro ankam und zum Office ging, kamen die ersten Kids schon auf mich zu geströmt, haben mich umarmt, nach meinen Händen gegriffen und alle wollten einen Teil von meinem Arm haben. Zum Glück habe ich kurze Haar, sonst hätten mir die Kinder jede Strähne meiner Haare geflochten. Da konnte man zeitweise auch echt mal die Nerven verlieren.....ruhig bleiben, alles cool sehen war da die Devise!

An meinem ersten Wochenende in Ghana veranstaltete die Australierin, mit der ich mir ein Zimmer teilte, einen "Sports day". Durch Spenden aus Australien konnte sie Preise für die Gewinner kaufen und schenkte den Mannschaften sogar Fußballtrikos.

Sehr erschreckend war teilweise die zerissene Kleidung der Kinder. Die Älteren brachten ihre Geschwister mit, die manchmal noch gar nicht laufen konnten, so klein waren sie noch.

Insgesamt hat mir die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß gemacht und gut gefallen!

© www.Katrin-Wöhlken.de 2013 by www.Marcel-Kirstges.de  |  kontakt@katrin-wöhlken.de